Donnerstag, 19. Juli 2012

Der Terror-Möpp!

Heute mal außerhalb meines Kinderwunsches  und meiner MS-Problematik.

Also mein Mann und ich sind seit letztem November stolze Hunde-Eltern.
Wir haben unsere Süße aus einem Tierheim.
Sie war zu dem Zeitpunkt erst gerade ein knappes Jahr und ist eine Schäferhunddame mit Dobermann Genen. Halt ein Möpp!

Raja, so heißt der Möpp, war von Anfang ein ein schwieriges Hundekind.
Als ich sie das erste mal im TH sah, sprang sie immer gegen den Zwinger und fletschte die Zähne. Lief aber sofort weg und schaute danach verängstigt mit eingekniffenem Schwanz hinter ihre Hütte hervor.
Ihr Vorbesitzer kam aus dem Milieu und hatte Sie wohl anscheinend misshandelt und versucht sie scharf zu machen.
Sie wurde hier bei uns in der Nähe aufgegriffen nachdem der Vorbesitzer in einer Schlägerei ins Koma geprügelt wurde.
Die Polizei hatte den Hund dann eingefangen und ins Tierheim gebracht.
Ihre Grundtendenz ist Angst, ganz definitiv.
Mein Mann und ich können sie von rechts auf links drehen. Da ist sie lammfromm.
Sobald es aber darum geht einen Fremden in die Wohnung zu lassen tickt sie vollkommen aus.
Ihr Fell sieht dann aus, als käme sie frisch gewaschen aus dem Trockner, sie fletscht die Zähne und duckt sich runter.
Sie schießt dann in einem Affentempo nach vorne, bleibt aber kurz vorher stehen und bellt und droht was das Zeugs hält.
Gebissen hat sie bis jetzt niemanden.
Wenn unser Besuch durch den Garten kommt und wir mit ihr Bällchen spielen, ist das alles halb so wild. Sie bellt dann, stellt das Nackenhaar auf, aber der Ball ist wichtiger.
Wenn sie es übertreibt kriegt sie schon mal ne Wasserladung ab. Dann sieht sie aber auch aus als hätte ich sie geprügelt.
Gestern jedenfalls kam ein Freund meines Mannes vorbei, den sie auch schon ein paar mal gesehen hat.
Achim, ist super ruhig und lässt sich von ihr auch nicht beeinflussen...geht einfach  weiter.
Raja hat ein bissl gebellt, nach 3 Minuten war Ruhe.
Nach ca. 3 Stunden gingen mein Mann und der Freund hoch ins Arbeitszimmer um sich nochmals die Unterlagen für den Verein anzugucken und plötzliche hörte ich nur noch ein "Sofort Runter".
Mein Mann kam mit Achim die Treppe runter und er sagte mir, dass Raja gebissen hätte.
Ich dachte in dem Moment ich müsste sterben, ich konnte es nicht fassen.
Ich fragte ob sie vorher wieder gefletscht hätte oder so, aber dem war nicht so.
Sie hatte sich wohl neben ihn gesetzt und ihn mit den Vorderzähnen in den Unterarm gekniffen.
Bitte nicht falsch verstehen, ich denke, dass das eher ein "Hallo beschäftige dich mit mir" war aber dennoch ist das inakzeptabel.
Ich liebe diesen Hund abgöttisch und sie kann nichts dafür, dass sie jemand verhunzt hat.
Meine Mutter schrie gleich am Telefon, dass der Hund weg müsse, schließlich würden wir Kinder wollen und sie würde das Kind wohl tot beißen.
Nicht gerade sehr hilfreich.
Ich bin wirklich am Boden zerstört.
Wir haben einige Tiertrainer durch und ich habe wirklich schlechte Erfahrungen gemacht.
Bis hin zu das der Hund geprügelt werden sollte war wirklich alles dabei.
Und ein Tier wird nicht geprügelt!!
Martin Rütter wäre auch noch ne Alternative, aber bis der Zeit hat bin ich mindestens 130!

Sorry wenn das alles wirr klingt, aber irgendwie fühle ich mich auch wirr.

LG

Kommentare:

  1. Das klingt nicht wirr, ich kann das nachvollziehen und deine Schilderung hat mir gerade Tränen in die Augen getrieben.
    Vor gut einem Jahr ist der Hund meiner Mutter nach mehrmaligem Zwicken und "ungefährlichem" Beißen durch einen Holzzaun gesprungen und hat einen Mann krankenhausreif gebissen. Danach wurde er eingeschläfert...das tut immer noch unbeschreiblich weh. Ich will nicht wissen, wie meine Mutter das geschafft hat.
    Sie hat vorher alles versucht von Trainern bis hin zu Psychologen...und der Hund war eigentlich ein so herzensgutes Tier und wunderschön. Selbst der Gebissene wollte eigentlich nicht, dass er eingeschläfert wird. Aber in unserem Fall war das leider nicht mehr tragbar, weil komplett unkontrollierbar (auch Tierheim wäre laut Tierarzt keine Option gewesen)... und bei ihm war der Grund übrigens ebenfalls Gewalt.
    Trotzdem (und obwohl die Entscheidung richtig war) finde ich es bis heute fürchterlich, was wir uns als Mensch doch anmaßen, die einen machen die Seele eines so wundervollen Wesens kaputt und andere entscheiden über sein Recht zu leben. Schrecklich...

    Das soll dich jetzt aber nicht entmutigen weiter mit deinem Tier zu arbeiten...ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass ihr das hinbekommt.

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    1. Vielen lieben Dank für deine Worte.
      Ich will sie nicht aufgeben, das kommt für mich auf keinen Fall in Frage.
      Dieser Hund wird nicht im Stich gelassen.
      ich lasse es nicht zu, dass dieser Hund jemals wieder in schlechte Hände kommt oder leiden muss.
      Und wenn ich meinen rechten Arm dafür abhacken muss.
      Ne ne ne neeee!
      Habe gestern aber mit einer speziellen Trainerin gesproche. Hoffe sie kann uns helfen.

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  2. Liebe Kat,
    ich bin auch Tierbesitzerin allerdings von einer Katze und kann deshalb was die Hundeerziehung angeht nicht mitreden, aber ich weiß, wie es ist, wenn man ein Tier liebt und ich kann verstehen, dass du ihn nicht hergeben willst. Würde mir genauso gehen. Und du hast Recht, ein Tier wird nicht geprügelt. Schlimm, dass so ein Vorschlag doch tatsächlich von einem Tiertrainer kommt. Gibt es bei euch in der Näher einen Hundeverein? Vielleicht könnt ihr dort Hilfe bekommen oder einen wirklichen guten Tiertrainer empfohlen bekommen.
    LG Feb

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    1. Huhu Feb!
      Die Hundevereine sind wirklich mit Vorsicht zu genießen.
      Irgendwie haben wirklich viele das Denken, dass ein Schäferhund richtig hart ran genommen werden muss und auch Schmerzen haben MUSS.
      Stachelhalsband inklusive.
      "Reiß den Hund zu Boden wenn es sein muss!"
      Mir geht nicht in den Sinn warum einen Hund Fügsam machen muss indem ich ihm Schmerzen bereite??
      Das sind die Schäferhundvereine.

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