Montag, 16. Juli 2012

Ein nachdenkliches Wochenende

Nachdem mich die frohe Botschaft meines Ex-Mannes erreicht hatte und ich wirklich innerlich am taumeln war und mir nur noch nach weglaufen zumute war, war dieses Wochenende eher meinen Gedanken gewidmet. (Putzen?? Was ist putzen?)

Nachdem  ja meine BF einen blöden Kommentar abgelassen hatte und ich mich so unendlich missverstanden fühlte, habe ich sehr lange mit meiner Mutter gesprochen.
Natürlich sind Mütter immer auf der Seite der Tochter aber ich wollte nur wissen ob ich so unnormal bin und es falsch ist sich damit zu belasten.

Meine Mutter, und sie ist eine fantastische Mutter, sagte mir dann, dass es immer schwer sein wird für Außenstehende zu begreifen, wenn sie es nicht selbst mitgemacht haben.
Kurz zu meiner Mutter: Meine Ma hatte bevor sie mit mir schwanger wurde, 6 Fehlgeburten.
Sie meinte das all die nettgemeinten Sätze wie :" Ich kann dich so gut verstehen!" noch tiefere Wunden reißen und man als Betroffene nur noch böser wird über solch unbedachten Bemerkungen.

Da kam mir auch wieder in den Sinn wie es damals nach meiner MS -Diagnose war....
Viele kamen halt mit diesem berühmten Satz an oder bekundeten ihr Mitleid.
Ganz furchtbar!
Ich habe die Menschen für ihr "nachvollziehen" gehasst und tue es heute noch. Es kann keiner "nachvollziehen" wie es ist jeden morgen mit der Gewissheit aufzustehen und nicht zu wissen ob man abends noch laufen kann.
Ich wusste damals gar nichts! Ich hatte einfach nur Angst! Angst, dass ich ein Pflegefall werde.
Angst davor nicht mehr sehen zu können. Angst vor meinem eigenen Leben!
Viele haben sich auch abgewendet, weil sie nicht damit umgehen könnten !
Ja ne is klar.....aber ich muss damit leben!!
Wie einfach es sich Menschen machen. Unfassbar.

Nun ja....heute geht es mir einigermaßen gut, auch wenn ich zugeben muss, dass es mir deutlich schlechter ohne meine Medikamente geht.
Ich bin sehr müde, und das ganztägig. Ich bin kognitiv kaum zu gebrauchen und meine komplette linke Körperseite ist wesentlich schwächer als "normal"

Ach ja...ich hatte noch ein tolles Gespräch mit meiner Nachbarin.
Sie selbst Krankenschwester und hat 6 Zyklen mit Clomi hinter sich wegen einer Gelbkörperhormonschwäche und eines Eileiters der nicht intakt ist.
Kurz gesagt: Sie wurde im 6 Zyklus schwanger und hält heute ihre 1 jährige Tochter im Arm.
Sie sagte mir, ich muss viel positiver an die Sache rangehen,..."Sonst wird das nix!" ;-)
Ich soll aufhören in diesen doofen Foren rumzuschnüffeln und ich soll dem ganzen entspannt entgegensehen.
Wenn ich mal quatschen müsste, soll ich einfach klingeln.
Meine Bedenken wegen meines Gewichts, dass es daran scheitern könnte wischte sie mit einem Fingerstreich weg und sagte: " Wenn es nur das wäre, dann würde kein Mensch ein Therapie einleiten und alle anderen übergewichtigen Frauen würden auch nicht schwanger werden!"
Na eigentlich hat sie damit ja recht!

Ok, rekapitulieren wir kurz alles:
WE war scheiße aber auch gut und ich habe einige Grundsätze für mich festhalten können
1.) Bleib positiv und kack auf Statistiken
2.) Entspann dich und lach dem Leben ins Gesicht!
3.) Leg dir mal nen gesunden Egoismus zu!
4.) Irgendwie wird alles gut
und last but not least
5.) Freu dich auf die Hibbelzeit du wirst wertvolle Erfahrungen sammeln!!

Kommentare:

  1. Liebe Kat,
    es stimmt, wenn man nicht selbst betroffen ist, kann man nicht nachvollziehen, wie der Betroffene sich fühlt. Das gilt sowohl für den kinderwunsch als auch für Krankheiten. Meine Mutter hatte keine Probleme schwanger zu werden und es ging bei ihr ganz schnell. Ich liebe meine Mutter und für mich ist sie die beste Mutter auf der ganzen welt, aber sie kann es einfach nicht verstehen, wie man sich in meiner Situation fühlt. Es tut ihr sehr weh, dass ich so leiden muss und sie leidet auch mit mir und sie versucht mich immer zu trösten, aber es funktioniert nicht, weil sie oft so Dinge sagt wie:"Vielleicht hast du zuviel Stress gehabt" und das macht mich dann wütend. Und dabei meint sie es doch nur gut.
    Und was dein übergewicht betrifft, so hat deine Nachbarin vollkommen recht, daran liegt es nicht, ob man schwanger wrd oder nicht. Ich kenne so viele übergewichtige Frauen, die mit Leichtigkeit schwanger geworden sind und ich kenne auch sehr viele Frauen, die ü40 innerhalb von 6 Monaten schwanger geworden sind, obwohl das ja angeblich auch schwierig sein soll. Tja und ich, ich bin weder ü40 noch übergewichtig und trotzdem werde ich nicht schwanger. So viel zur Statistik.
    Deine Grundsätze sind gut, halte daran fest.
    LG Feb

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    1. Hallo Feb!
      Ich hoffe es geht dir gut und du ersäufst nicht im Regen so wie ich!
      Ganz ehrlich: ich würde gerade meinen rechten Arm dafür geben wenn jemand wie du direkt neben mir wohnen würde.
      Gemeinsam macht man alles besser durch!
      Mütter sind toll, aber manchmal auch sehr sehr anstrengend.
      Dennocj, alles was sie tun geschieht meistens aus Liebe und Sorge.
      Wer weiß, wie wir in 20 Jahren mal sind!
      Und wir sind bestimmt dann total entnervt von unseren post-pubertären Halbstarken.
      LG

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  2. Ich wäre auch froh, wenn jemand wie du neben mir wohnen würde.
    Und was die post-pubertären Halbstarken angeht, so habe ich mir schon oft die Frage gestellt, ob ich, falls ich jemals Mutter werde, in dieser Zeit an meine Kinderwunschzeit zurück denken werde, und mir vielleicht solche Sachen in den Sinn kommen wie: Was habe ich mir da nur angetan? ;-)

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  3. Ist das nicht paradox?
    Auf der einen Seite wünscht man sich Nachwuchs und auf der anderen Seite wünscht man sich diese Situationen wo man sich nur über so ein Kind wahrscheinlich ärgert.
    Wie in der Ikea-Küchenwerbung?
    Die ist zum Brüllen, dennoch wäre das für mich echt toll.
    Ich bin echt gestört!

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