Freitag, 20. Juli 2012

Ein Streit und Freude!

Nach vielen Tränen die ich heute morgen schon vergossen hatte wegen einem dummen Streit kam danach die riesige Freude und der Sonnenschein in mein Herz zurück......zumindest ein bisschen.

Geld ist ja nun immer so eine blöde Sache.
Wir hangeln uns machmal von Monat zu Monat und ein größeres Fiasko dürfte bei uns auch nicht passieren.
Als wir das Haus letztes Jahr kauften waren wir so voller Freude und heute sind wir sehr oft besorgt.
Dumm, mögen uns die Einen nennen, Naiv die anderen.
Fakt ist, dass wir uns um ein nettes Sümmchen verkalkuliert hatten bzw. Sachen gemacht werden mussten an dem Haus, mit denen kein Mensch der Welt gerechnet hatte.
So sind beide Konten ordentlich jenseits von gut und böse und nun ja..."sozial unverträglich"
Mal ein paar Tage eine Auszeit nehmen un einfach weg, ohne all die Sorgen, geht einfach nicht.
Es ist so wie es ist und nun müssen wir das Beste draus machen.
Es ist eine Frage der Zeit wann wir die Steuerrückzahlung vom Finanzamt bekommen. Dann ist aber zumindest ein Puffer vorhanden.
So kommt es schonmal zu dem ein oder anderen Streit.
Heute morgen war es dann wieder soweit. Mir rutschte der Satz raus :" Ich weiß auch nicht woher ich das noch nehmen soll!"
Danach nahmen die Dinge ihren Lauf.
Mein Mann schlug dann in die gleiche Kerbe und meinte, dass ja eh alles an Ihm hängen bleibt und ich mir nie Sorgen machen würde.
(Natürllich nicht!)
Ein Wort gab irgendwie das Andere und ich war am Ende so verletzt, dass ich weinte und sagte, dass ich alle Behandlungen absagen werde und auch keine Behandlung mehr anfangen würde.
Zuoft gab es bei mir diese Hoffnung auf einen Start und dann wieder nichts. Das will ich nicht schon wieder!
Entweder jetzt oder gar nicht.
Meine Ma war 40 als sie mich bekam.
Ich liebe sie über alles, aber es war nicht einfach ein Kind einer älteren Mutter zu sein. Und ich will das für mich einfach nicht.
Naja, mein Mann meinte, dass ich jetzt kindisch wäre, so zu reagieren.
Meine Antwort war so furchtbar giftig, dass ich mir das selbst kaum verzeihen mag. Unter anderem warf ich ihm vor, dass er sich doch freuen würde, wenn es gar nicht klappen würde bzw. wenn es so ein Kind gar nicht auf die Welt kommen würde.
Er war mehr als nur geschockt.
Am Anfang musste er sich damit erst anfreunden und tat sich schwer. Verantwortung für nen Stöpsel und mich?
Das Gespräch beim Reprodoc war für ihn wohl die Hölle. Denn für ihn hörte es sich so an, als nimmt man eine Tablette, hat sofort Sex, ist sofort schwanger und bekommt dann am Ende der Woche das Kind.
Schön wärs.
Die letzten Wochen wurden dann besser, aber ich traute mich nicht zu fragen ob er sich freuen würde, wenn es denn klappen würde.
Und heute, nachdem ich Ihn so mies angemacht hatte, schrieb er mir nur, dass er mich undlich doll lieben würde und er sich über die Maßen freuen würde wenn er Vater werden würde nur das er Angst hätte, dass ein Kind nicht das hätte was er verdient hätte. Er würde halt wollen, dass alles perfekt für den Stöpsel ist.
Er würde sich wünschen, dass wir alles kaufen und einrichten könnten wie wir uns das wünschen und nicht wie der Geldbeutel das diktiert.

Bin ich jetzt so egoistisch?
Ich bin jetzt stabil mit meiner Erkrankung, was ist in 2-3 Jahren?
Gibt es eine Garantie, dass in 2-3 Jahren es finanziell besser aussieht? Ich denke nicht.
Ist es einem Baby nicht egal auf was für einer Wickelkommode liegt? oder in welchem Kinderwagen?
Und ob esprit oder tchibo, dass ist doch alles egal.
Brauche ich diese Tonnen  von Geld?
Ich bin irgendwie froh darüber, dass er sich freut, aber ich komme mir furchtbar egoistisch vor.

Kommentare:

  1. Liebe Kat,
    ich kann deinen Mann verstehen, dass er sich wünscht alles perfekt für euren Stöpsel machen zu wollen. Das erinnert mich an uns. Wir haben uns schon immer ein Kind gewünscht, aber wir wollten auch, dass zuerst alles perfekt ist, also finanziell abgesichert, ein nettes zuhause,etc. Als wir das dann alles hatten, war ich 32 und wir waren so voller Vorfreude uns nun endlich den Traum von unserem Kind zu erfüllen und den Rest der Geschichte kennst du ja. Heute, nach 3 schmerzvollen Jahren Kinderwunschzeit, denke ich anders darüber. Wenn wir die Zeit nochmal zurück drehen könnten, würden wir 10 Jahre früher mit dem üben loslegen, auch wenn wir da noch in Ausbildung waren. Es gibt so viele, die das damals so gemacht haben und es hat bei allen funktioniert, keine dieser Familien ist verarmt oder hat frustierte Kinder, die lieber in Markenklamotten rumlaufen würden.
    Es ist wirklich vollkommen egal, wieviel Geld man hat und ob das Kind Tchibo oder Esprit trägt. Worauf es wirklich ankommt ist, dass man glücklich ist. Und Glück hängt nicht vom Geldbeutel ab.
    Ihr werdet eine glückliche Familie werden und eurem Kind wird es bestimmt an nichts fehlen. Was bringt einem Kind finanzieller Wohlstand und Markenklamotten, wenn es von seinen Eltern nicht aufrichtig geliebt und liebevoll behandelt wird?
    Ihr schafft das! Das weiß ich.
    LG Feb

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Feb!
      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Das hat wirklich gut getan.
      Ich glaube auch, dass der Geldbeutel nicht vollkommen unwichtig ist, aber keine maßgebliche Rolle spielen sollte.
      Sind nicht wir diejenigen die den Kinder die Bedürfnisse anerziehen?
      Wahrscheinlich schon.
      Ich will nur, dass wir glücklich sind. Nicht mehr und nicht weniger.

      Löschen